Dr. Antonia Lüdtke ist praktische Theologin an der Universität Kiel und beschäftigt sich mit der Frage nach Seelsorge im digitalen Raum. In diesem Zusammenhang verleiht der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Baden ihr den Bad Herrenalber Akademiepreis 2026 für ihren hochinformativen Impulsvortrag "Beziehungsbilder der Seelsorge digitalisieren? Menschen 'Onlife' im Fokus von Seelsorgetheorie", den sie im Februar 2025 im Rahmen des Fachtages Digitale Sorge für die Seele gehalten hat.
Die Seelsorgetheorie arbeitet mit verschiedenen Beziehungsbildern und Seelsorgetypen, deren Rollenverteilung und Besonderheiten elementar wichtig für einen gesunden seelsorglichen Zugang zu den Mitmenschen sind. Lüdtke stellt in ihrer Arbeit heraus, dass der veränderte Sozialraum im digitalen Feld auch veränderte Sozialgefüge, Beziehungsbilder und Kommunikationslagen mit sich bringt. Sie plädiert dafür, diese digitalen Interaktionen nicht als Fortsetzung von, sondern als Ergänzung zu einer Offline-Öffentlichkeit zu begreifen, und ihnen einen anderen seelsorglichen Zugang zu Grunde zu legen. Im Rahmen der Preisverleihung wird sie hierzu unter dem Titel „Kuratierte Seelsorge? Sorgsam in Szene gesetzte Seelsorgepraxis auf Social Media“ sprechen.
Die Evangelische Akademie Baden versteht sich als Ort des Dialogs und des gemeinsamen Aneinander-Wachsens, digital und offline zugleich. In ihrem Vortrag und ihrer weitergehenden Forschung spricht Lüdke somit Fragen an, die unsere Arbeit und unser Selbstverständnis als „Dialog-Reisebegleiter*innen“ zentral betreffen.

Dr. Antonia Lüdtke
Quelle: © Jürgen Haacks, Universität Kiel
Leitung: Prof. Dr. Peter Müller, Dr. Gernot Meier
Beitrag: kostenfrei
Anmeldungen sind bis 10. November 2026 möglich.





