Kirche und Sport – wie passt das denn zusammen?! Was zunächst wie ein ungleiches Match wirkt, macht bei näherer Betrachtung Sinn: Beide bringen Menschen zusammen, beide ermöglichen Teilhabe und leisten einen Beitrag zu Inklusion und Integration. Sowohl in der Kirche wie auch im Sport zählen Toleranz, Zusammenhalt und Vielfalt und beide stehen mit ihrer Arbeit für eine freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung ein.
Schon die hebräische Bibel betrachtet den Menschen als Einheit aus Körper und Seele. Und die antiken Olympischen Spiele waren zu Beginn eine sportliche Feier zu Ehren der Götter – keine reine Sportveranstaltung, sondern ein religiöses Fest mit kultischen Zeremonien im heiligen Hain von Olympia.
Nachdem im 19. Jahrhundert eine neue Bewegungskultur entstand und Sport in der breiten Bevölkerung immer populärer wurde, kamen sich Kirchen und Sportvereine in die Quere, weil beide den Sonntag für sich beanspruchten. Daraufhin entstanden Arbeitskreise, in denen sie sich zusammenschlossen.
Bald wurde klar, dass sie viel mehr Gemeinsames hatten als Trennendes, mittlerweile arbeiten Kirche und Sport seit Jahrzehnten zum Wohl der Gesellschaft zusammen. Die Evangelische Landeskirche in Baden hat einen Sportbeauftragten, der als Ansprechpartner für Sportverbände und sportpolitische Themen wirkt. Er begleitet außerdem große Sportereignisse und organisiert kirchliche Sport-Events wie den Konfi-Cup.
Der Arbeitskreis Kirche und Sport der Badischen Landeskirche organisiert Sport-Gottesdienste, Tagungen, Begegnungen und Sportexerzitien, nimmt sportethische Fragen in den Blick, etwa Themen wie Leistungsdruck, Umgang mit Niederlagen, Kommerzialisierung, Doping, Toleranz und Integration. Weitere Arbeitsfelder sind die Bewegungserziehung in Kitas und Seniorenheimen und der Bereich Sport und Demenz.