Frieden und Gerechtigkeit

Frieden
Für Frieden und Versöhnung einzutreten, gehört zum Kern des kirchlichen Auftrags. Die Kirche gilt in der Öffentlichkeit als ethische Instanz und viele Menschen erwarten von ihr, dass sie Stellung bezieht zu Gewalt, Unrecht und Verfolgung. Deshalb beschäftigt sich die Evangelische Kirche in Baden mit Themen wie Friedensethik, Friedenspädagogik oder zivile Sicherheitspolitik und sucht dabei stets den Dialog mit Politik und Gesellschaft.
Die Fachgruppe "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens" setzt sich im Namen der Landeskirche für ökologische und soziale Gerechtigkeit sowie nachhaltige Lebensweise ein. Sie trägt auch die Pilgerwegs-Community, ein Netzwerk für Menschen aller Konfessionen, die sich regelmäßig zu Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit austauscht. 
 
 

Flüchtlingscamp
Ein wichtiger Prozess in der Badischen Landeskirche heißt Kirche des gerechten Friedens werden. Er basiert auf einem revolutionären Beschluss von 2013, der eine grundlegende Neubewertung der Rolle von Gewalt und Krieg in der christlichen Ethik vornimmt. Er betont die Notwendigkeit, Frieden nicht nur als Abwesenheit von Krieg zu verstehen, sondern als aktives Streben nach Gerechtigkeit und Versöhnung. Drei vorrangige Dimensionen sind:

   Fairness für Benachteiligte und Unterdrückte zu schaffen, da ein gedeihlicher Friede nur mit Gerechtigkeit zwischen Menschen und Völkern möglich ist. 

   dem Frieden mit gewaltfreien Mitteln zu dienen. Ziel ist ein mittelfristiger Ausstieg aus der militärischen Friedenssicherung. 
 
   das Leben auf der Erde schützen, denn Klimawandel und Artensterben führen zur Verknappung von Nahrungsmitteln und letztlich zu Armut, Hunger, Gewalt und Krieg.
 
Mehr dazu und eine Dokumentation des friedensethischen Prozesses in Baden steht in der Broschüre Kirche des gerechten Friedens werden.
 

Konflikt unter Jugendlichen
Die Evangelische Landeskirche bietet in Schulen und Kirchengemeinden Trainings für junge Menschen an, in denen sie lernen, gewaltsame Auseinandersetzungen zu vermeiden und beizulegen: 
 
Das Training "Jugendliche werden Friedensstifter"
 
  • befähigt junge Menschen, Gewalt zu erkennen und zu benennen
  • ermutigt sie, gewaltfreie Alternativen in Konfliktsituationen auszuprobieren
  • lässt sie ein aktivierendes Selbstverständnis entwickeln, indem sie als Friedensstifter*in agieren
Wer selbst Trainings für Friedensstifter*innen in der kirchlichen Jugendarbeit durchführen möchte, sollte mindestens 16 Jahre alt sein und über pädagogische Erfahrung verfügen: 
 
Die "Schulung für Friedenstrainer*innen"
 
  • sensibilisiert für alle Formen der Gewalt
  • erprobt aktives, gewaltloses Handeln in Krisensituationen
  • lehrt die Umsetzung mit Jugendlichen
Die Schulung der Trainer*innen enthält die gleichen Übungen, die auch mit den Jugendlichen durchgeführt werden. Am Ende erhalten Sie ein Friedenszertifikat, einen Friedenspass, sowie das umfangreiche Handbuch Jugendliche werden Friedensstifter*innen mit allen Übungen.
 

Redner vor Publikum
Unsere Kirche hat den Auftrag, die Stimme des Evangeliums hörbar werden zu lassen. Deshalb gehen wir regelmäßig ins Gespräch mit Verantwortlichen in der Politik – und betonen dort die Friedensbotschaft der Bibel. Wir weisen kritisch auf die Einseitigkeit militärischer Optionen hin und hinterfragen die Begründung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
Bei diesen Gelegenheiten bringen wir ebenso die Entwicklung und Umsetzung gewaltfreier Konzepte und Instrumente der Prävention, der Lösung von Konflikten und der Friedenskonsolidierung ins Gespräch.
Leitungsverantwortliche der Kirchenbezirke laden regelmäßig Abgeordnete der Parlamente zu Gesprächen ein. Auf diesen Veranstaltungen sprechen sie über kirchliche Anliegen und Stellungnahmen zu aktuellen Themen von Frieden und Gerechtigkeit.

Diese Möglichkeiten hat die Kirche, um den Dialog mit der Politik zu fördern:  
 
  • Gespräche/Veranstaltungen mit Politiker*innen
  • Mitwirkung in politischen Gremien
  • Veranstaltungen zu politischen Themen
  • Landeskirchliche Stellungnahmen zu politischen Themen
 

Steinmännchen
Die Pilgerwegs-Community ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt einsetzen. Zudem ist sie Teil einer größeren Bewegung, die durch den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) initiiert wurde, um gemeinsam einen "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens" zu gehen. Dieser Aufruf wurde erstmals 2013 formuliert und fordert die christlichen Kirchen weltweit auf, sich für den Schutz der Schöpfung, die Förderung von Gerechtigkeit und den Einsatz für den Frieden stark zu machen.
2014 bildete sich innerhalb der Evangelischen Landeskirche Baden eine Gruppe, die sich intensiv mit den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit beschäftigte. Sie wurde 2015 als Fachgruppe Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens offiziell beauftragt, sich im Namen der Evangelischen Landeskirche für ökologische und soziale Gerechtigkeit sowie eine nachhaltige Lebensweise einsetzen. 

Die Fachgruppe ist Trägerin der Pilgerwegs-Community, ein Netzwerk, das Menschen aller Konfessionen offen steht. Angebote und Aktivitäten der Pilgerwegs-Community:
 
Der Newsletter informiert über aktuelle Entwicklungen und Themen in den Bereichen Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Hier finden sich auch interessante Materialien, Projekte und Interviews sowie spirituelle Impulse.

Die Website der Pilgerwegs-Community sowie der Instagram-Account bieten Einblicke in spannende Veranstaltungen, Neuigkeiten und Initiativen aus den genannten Bereichen. Zudem gibt es hier weiterführende Informationen über die Arbeit der Fachgruppe.

Die Pilgerwegs-Community informiert regelmäßig über Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge, Diskussionen und Gottesdienste, die Raum für Begegnung und Vernetzung bieten. Thematisch passende Veranstaltungen können unter pilgerweg@ekiba.de angemeldet werden!
  
  

Pfarrer Prof. Dr. Stephen Lakkis

Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden