Es war eine bunt gemischte Gruppe mit einem bunten Programm rund um die Schwerpunkte Reformationsjubiläum und Entwicklungen nach der Wende in den Dörfern und der Landwirtschaft.
Was waren wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen?
- man sieht zwar an der Autobahn noch Hinweise, wo früher die Grenze verlief, aber man sieht nur noch an der Größe der Äcker, wo früher „DDR“ war. Viele Bewohner, die wir getroffen haben, sind dankbar und froh über die Wende –auch hin zu wieder blühenden Landschaften. An dem Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden wird dies stellvertretend und symbolisch deutlich.
- die Enteignung und Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft hat immer noch tiefe Spuren und sogar Wunden hinterlassen – aber auch die Rückabwicklung macht an vielen Stellen Probleme. In den fruchtbaren Ackerbaugebieten wie der Magdeburger Börde gibt es einen großen Druck auf die Fläche durch ehemalige Eigentümer aber auch durch „Fremde“ und vor allem Fremdkapital von großen Unternehmen. Es zeigt sich die Vorzüglichkeit des erweiterten Familienbetriebs auch im ökonomischen Sinn durch die Verbindung von Eigentum und Verantwortung. Das sind die drei „H“ -Betriebe: Betrieb im Dreiklang von Herz, Hirn und Hand.
- Ein von uns besuchter Dorfpfarrer sagte: Wenn Ihr wissen wollt, wie es in der Kirche im Westen in 25 Jahren aussieht, könnt Ihr das jetzt im Osten praktisch studieren. In den ländlichen Räumen immer noch Wegzug, ausgedünnte Infrastruktur… Hier sind kreative Köpfe gefragt, die von außen kommen und neue Ideen mitbringen. Der Kirche kommt für die Dorfentwicklung eine herausragende Rolle zu.
- das Reformationsjubiläum hat vieles belebt: Das Thema Glaube und Kirche und auch den Tourismus. Die Hoffnung besteht, dass dieser Schwung nicht verpufft, sondern als immerwährende Bewegung bleibt!

Die Gruppe im Hof des Bördemuseums in Ummendorf am zweiten Tag der Reise





