Tagungsbericht Quo vadis

von links nach rechts:
Hermann Witter,
Rolf Brauch,
Heike Hespe (Ministerium ländlicher Raum Baden-Württemberg)
Stig Tanzmann (Brot für die Welt),
Dr. Clemens Dirscherl (Hohebuch)
Prof. Dr.Jürgen Braun Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft
Es war schon eine bunte, ausgewählte Gruppe, die sich Ende Juni 2016 in der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb auf Einladung des KDL der Ev. Landeskirche Gedanken machte über die zukünftige Instrumentierung einer europäischen Agrarpolitik. Um neue Steuerungsinstrumente ging es, weil alle die Einsicht in die Notwendigkeit teilten, dass ein „Weiter so“ weder die Umwelt –und Tierschützer, die steuerzahlenden Bürger, die Vertreter der Einen Welt oder gar die unter Dauerniedrigpreisen und einer ausufernden Bürokratie leidenden Bauern zufrieden stellen kann.

In diesem Workshop trafen dann der Vorstandsvorsitzende von ZG Raiffeisen auf den Bioland Geschäftsführer, die Vertreterin des Ministeriums aus Stuttgart auf den Brot für die Welt Mitarbeiter, der Ratsbeauftragte der EKD auf die versammelten Praktiker aus der Landwirtschaf, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das war sehr fruchtbar und bereichernd  und auch konstruktiv, weil im überschaubaren moderierten Rahmen es einen Dialog auf Augenhöhe ohne Empfindlichkeiten und Provokationen gab.

Das Eingangsreferat hielt Prof. Dr. Jürgen Braun aus Soest, der einen Überblick über Ziele  und Wirkungsgeschichte der EU Agrarpolitik gab. Und dann gab es Impulse aus der Sicht der verschiedenen  Einrichtungen, die das ganze große Spektrum der Vorstellungen einer Gestaltung von Agrarpolitik deutlich werden ließ.
Und doch gab es auch Konsens:
  • Statt einer Revitalisierung der Stickstoffsteuer eine Hoftorbilanz für alle Betriebe verbunden mit einer Abgabe für Nährstoffüberschüsse
  • Statt pauschale Flächenprämien mehr regionaler Spielraum durch passgenaue Programme in Säule 2
    Notwendigkeit eines Dialogs von Landwirtschaft und Gesellschaft mit einer Leitbilddiskussion und
  • Klärung eines Berufsethos  von Landwirten.
Das sind nur einige Beispiele – und es geht weiter!
Im nächsten Frühjahr soll im gleichen Format weitergearbeitet werden. Wer dazu Anregungen gerne, kann sich gerne an unser Büro wenden. Auf der Homepage des KDL findet man auch die Vorträge zum „Studieren“.

Rolf Brauch, Regionalbeauftragter