Wer kontrolliert den Krieg von morgen?

Drohnen, KI und hybride Kriegsführung zwischen Verteidigung, Eskalation und Verantwortung
Termin
Mo. 05.10.2026, 18:00 bis 20:00 Uhr
Wie verändern sich Macht, Gewalt und Ethik im Kontext von militärischer Stärke und Kriegsführung, wenn KI in Entscheidungsprozessen mitwirkt oder bestimmt und Drohnen weit entfernt von uns militärische Befehle ausführen? Gespräch und Diskussion mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdEP.
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Beschreibung
Drohnen, Künstliche Intelligenz und hybride Kriegsführung verändern nicht nur militärische Mittel. Sie verändern die politische Grammatik von Gewalt. Gewalt wird distanzierter, Entscheidungen werden beschleunigt, militärische und zivile Räume greifen ineinander. Zugleich wird schwieriger, was für demokratische Gesellschaften unverzichtbar bleibt: Verantwortung zurechenbar zu machen.
 
Wer entscheidet, wenn technische Systeme erkennen, klassifizieren, priorisieren und Handlungsoptionen vorschlagen? Wo bleibt menschliche Kontrolle, wenn militärische Lagebilder in Echtzeit entstehen und politische Urteilsbildung unter Beschleunigungsdruck gerät? Und wie kann eine demokratische Gesellschaft wehrhaft bleiben, ohne ihre eigene politische Kultur dauerhaft in eine Logik permanenter Bedrohung zu überführen?
 
Die Veranstaltung diskutiert diese Fragen mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament. Im Zentrum stehen Drohnenkrieg, KI-gestützte Entscheidungsprozesse und hybride Bedrohungslagen. Sie werfen neue Fragen nach militärischer Kontrolle, völkerrechtlicher Begrenzung und politischer Verantwortung auf. Besonders dringlich wird dabei die ethisch-theologische Frage, wie Verantwortung zurechenbar bleibt, wenn technische Systeme Wahrnehmung, Bewertung und Entscheidung militärischen Handelns mitprägen.
 
Im Anschluss an den Vortrag kommen weitere Perspektiven mit unterschiedlichen Gesprächspartner*innen hinzu und im weiteren Verlauf des Abends wird auch das Publikum die Möglichkeit erhalten, sich mit Fragen und Beiträgen zu beteiligen. Der theologische Professor für Sozial- und Technikethik Prof. Dr. Gerhard Schreiber bringt eine theologisch-ethische Perspektive in das Gespräch ein. Akademieleiter Dr. Gernot Meier führt als Moderator durch die Veranstaltung.
 
Es geht damit nicht allein um neue Waffen. Es geht um eine Grundfrage demokratischer Ordnung: Wie bleibt Gewalt politisch kontrollierbar, rechtlich begrenzbar und moralisch zurechenbar, wenn Krieg nicht mehr eindeutig erklärt, sondern technisch vermittelt, algorithmisch beschleunigt und gesellschaftlich entgrenzt wird?
 
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Akademie in Baden mit der Hochschule Offenburg (IMLA).
 
Anmeldung bis 21.09.2026 möglich.
 
die Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann schaut über die Lehne einers Stuhls nach hinten
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP, MdEP)

Quelle: Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Portraitfoto des Theologen Prof. Dr. Gerhard Schreiber
Prof. Dr. Gerhard Schreiber

Quelle: Gerhard Schreiber

Portrait von Akademieleiter Dr. Gernot Meier im Anzug vor einer roten Wand
Dr. Gernot Meier

Quelle: Gernot Meier

Ansprechperson
  • Gernot Meier
    Landeskirchlicher Beauftragter für Ethik und Theologie der Digitalisierung
Veranstaltungsort
Hochschule Offenburg
Hochschule Offenburg, Badstrasse 24, 77652 Offenburg
Veranstalter
Evangelische Akademie Baden
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe