Moderne Sklaverei: Zwangsarbeit und Kinderarbeit
Emotionale Diskussion über die dunkle Seite der Wirtschaft
Im Online-Forum „Gott würfelt nicht“ wurde am 5. September eine Stunde lang ernst und emotional berichtet und gesprochen. Besonders betroffen machte die Teilnehmer*innen der Irrtum, dass Zwangs- und Kinderarbeit sowohl zeitlich als auch räumlich weit weg von unserem Alltag seien.



Moderne Sklaverei, Zwangsarbeit und Kinderarbeit sind ein globales Problem und erfordern dringend Aufmerksamkeit. Trotz internationaler Abkommen arbeiten Millionen Kinder unter gefährlichen Bedingungen, oft ohne Zugang zu Bildung.
Wie effektiv sind die bestehenden Gesetze und Initiativen? Welche Rolle spielen wirtschaftliche Ungleichheit und Konsumverhalten der Industrieländer? Auch die unangenehme Frage, in wie weit wir uns selbst schuldig gemacht haben und machen, wurde angeschnitten.
Globale Verantwortung
Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass Gemeinde und Kirche für die erschreckend hohe Anzahl von rund 50 Millionen Opfern weltweit geschlossen eintreten müssen. Als ersten wichtigen Schritt definierten sie die Offenlegung der Zustände und die Schaffung eines Bewusstseins für die schlimmen Bedingungen für so viele Menschen.
Es beginnt bei uns
Geschärft wurde bei allen das Verständnis, dass auch bei uns Ausbeutung und Zwangssituationen durchaus keine Seltenheit sind. Als Beispiele wurden Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor, 24-h-Pflegesituationen, die Schattenwirtschaft und billige Arbeitskräfte aus dem Ausland für Handel und Produktion genannt. Doch die Liste ist länger! Produkte aus Zwangsarbeit und/oder Kinderarbeit werden von uns konsumiert, Sexarbeit und Zwangsprostitution gibt es in jeder deutschen Stadt.
Auch unsere eigene Haltung und Prägung trägt ihren Teil dazu bei, derartige Verhältnisse aufrechtzuerhalten. Dass ein bisschen Druck, vielleicht auch etwas Zwang bei der Arbeit noch keinem geschadet habe, ist eine weit verbreitete Haltung. Auch der protestantische Arbeitsethos, Begriffe wie „Dienst“ oder „Gehorsam“, wurden kritisch von den Diskutierenden beleuchtet.
Achtsam und respektvoll
Zum Abschluss der viel zu kurzen Stunde waren sich die Teilnehmenden einig, dass sie sich weiter für das Bekanntwerden vieler schlimmer Arbeitssituationen engagieren werden und bei ihrem eigenen Konsum bewusster und aktiver der Entstehung nachforschen wollen.





