Maschinen, die Menschen loswerden wollen: Ex Machina
Film und Talk der Reihe „Unsupervised Thinking / Unüberwachtes Denken“
Im futuristischen Psychothriller „Ex Machina“ gerät ein junger Programmierer in ein Forschungsexperiment über das Bewusstsein von KI, das zum Machtkampf zwischen Menschen und Androiden wird.



Der Kinosaal Gloriette in Heidelbergs City ist etwa zur Hälfte gefüllt, als Geschäftsführerin Jutta Freimuth die Besucher*innen zu diesem besonderen Film begrüßt.
Caleb, der für eine bekannte Suchmaschine arbeitet, darf den superreichen Gründer der Firma auf dessen abgeschiedenen Anwesen treffen. Dort erfährt er, dass in dem streng gesicherten Haus KI-Forschung betrieben wird. Caleb wird direkt eingespannt und soll einen weiblichen Androiden testen, um festzustellen, ob er ein Bewusstsein besitzt.
Durch smarte Gesprächsführung schafft es der Roboter in Frauengestalt, mit Caleb eine emotionale Beziehung aufzubauen. Als der Firmengründer andeutet, dass die Androidin nach Abschluss des Experiments umprogrammiert, also quasi „getötet“ werden soll, beschließt Caleb, die Sicherheitssysteme im Haus außer Kraft zu setzen, um mit der Roboter-Lady seiner Träume zu fliehen.
Der Firmengründer lüftet daraufhin das Geheimnis, dass der eigentliche Test darin bestand, herausfinden, ob die Maschine einen Menschen derart beeinflussen kann, dass er gegen andere Menschen agiert. Als er die Androidin schließlich deaktivieren möchte, tötet sie ihn, lässt Caleb im Haus eingesperrt zurück und verlässt den abgelegenen Ort per Helikopter, um unter Menschen zu leben.
Im Anschluss an den Film diskutieren die 30 Zuschauer*innen mit Dr. Gernot Meier (Landeskirchlicher Beauftragter für Ethik und Theologie der Digitalisierung) sowie Mirko Diepen (Pfarrer der Heidelberger Altstadtgemeinde Heiliggeist-Providenz) angeregt über das Motiv, dass Roboter sich des Menschen entledigen, sobald sie ein Bewusstsein entwickeln. Auf die Leitfrage hin, wer in dem Film eigentlich wen manipuliert, ist vielen Gästen die Perspektive unheimlich, dass KI uns Menschen dominiert.
Dennoch bleibt das Gespräch differenziert und nicht von Angst überschattet. Ein Physiker bringt seine Erfahrungen mit neuronalen Netzen ein. Am Ende des Film-Talks wird allerdings vielfach die These vertreten, dass Künstliche Intelligenz, quasi der „Gott aus der Maschine“, früher oder später die menschliche Intelligenz übertreffen wird.





