Theo-Broker: kirchliches Spotlight auf die Börsenwelt

Aktueller Kommentar von Pfarrer Dr. Jochen Kunath (November 2024)

Unser Fachdienstleiter "Arbeitswelt und Wirtschaft" wirft einen kirchlichen Blick auf aktuelle Entwicklungen an den Märkten. In diesem Monat geht es um die Rezession von Kompromissen allerorten und den dringend nötigen Impuls zur Versöhnung von Gegensätzlichem.

Theologe auf dem Börsenparkett
Die Wirtschaft und die Börse reagieren unterschiedlich auf die jüngsten politischen Großereignisse: Die Wall Street ist aufgrund des Sieges von Donald Trump in Feierlaune und die deutsche Wirtschaft rutscht angesichts des Aus der Ampel immer weiter ins Stimmungsloch.
 
Kompromisse haben keine Konjunktur
Scheinbare Quintessenz, wenn man auf das Börsenparkett schaut: Kompromisse haben keine Konjunkturchance. Kein Wunder, sind Aktienindizes doch Zahlenwerte und der Börsenkurs ein Zahlenlinie.
 
Kompromisslos heißt es in der Bibel: Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Gottes offenbar werden. Das ist ein deutlicher Leitindex in diesen Novembermonaten! Vor der Richterstuhl Gottes zu bestehen, heißt, im Leben Kompromisse zu schließen, Gegensätzliches zu versöhnen. Bei uns selbst und in unserer Gesellschaft.
 
Jede Abwehr von sozialem Unfrieden, jede gelungene Tarifverhandlung, selbst jedes "Feelgood-Management" ist dazu ein Versuch. Wenn es gelingt, steigen die göttlichen Aktien. Nicht die von den weltlich Kompromisslosen und allzu Eindeutigen.

Also könnte der Trend fürs letzte Quartal im Jahr lauten, sich adventlich für andere anzulegen: „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ (Lukas 12,35)