Sommerakademie 2024: sich im Anderen neu entdecken

Reise zu Menschen und Institutionen, die anders arbeiten und leben

21 Teilnehmende waren eine Juli-Woche lang im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz unterwegs, um gemeinsam der Frage nachzugehen: „Was wäre, wenn wir anders leben würden?"

Sommerakademie 2024 bei Vitra
Sommerakademie 2024 bei Innocel
Sommerakademie 2024
Rückblick auf Morgen – mit diesem vielsagenden Versprecher ging die diesjährige Sommerakademie der Evangelischen Akademie Baden zu Ende. 21 Teilnehmende waren eine Juli-Woche lang im Dreiländereck unterwegs, um gemeinsam der Frage nachzugehen: „Was wäre, wenn wir anders leben würden?“ An sieben Inspirationsorten begegneten der Reisegruppe, die im Diakonissenhaus im schweizerischen Riehen untergebracht war, verschiedenste Menschen, die für ihre „Anders-Orte“ leidenschaftlich brannten:
 
Leben im Klosterdorf, Leben ohne Kühlschrank
Schwester Doris Kellerhals von der Kommunität Riehen beschrieb ihr Leben in der Ordensgemeinschaft, wo Menschen unterschiedlicher Generationen, Berufe, Lebenserfahrungen und Temperamente gemeinsam wohnen und sich in ihrer Verschiedenartigkeit begegnen.
Lorenzo Oschwald, Mitglied des Runden Tischs Klima in Lörrach, brachte mit seinem entschiedenen Lebensentwurf zum Nachdenken: Er möchte nichts konsumieren, was anderem Leben schadet. Deshalb lebt er seit Jahren vegan, besitzt keinen Kühlschrank und verursacht fast keinen Müll.
 
Der Mensch als offenes Kunstwerk
In der Fondation Beyeler besuchten die Teilnehmenden unter Anleitung von Thomas Weiß die aktuelle zeitgenössische Ausstellung und lernten sich selbst als „offene Kunstwerke“ kennen. 
Bei Vitra in Weil am Rhein beeindruckte die Führungen durch die Produktion und die neuen Bürowelten, das Essen im Betriebsrestaurant und die komplett durchdesignte, fast irreale Vitra-Welt. 
 
Nachhaltig wirtschaften, alternativ lernen
Ganz anders der Nachmittag in Basel: Der von Nathalie Martin geführte Rundgang durchs „Gündeli“ machte Freud und Leid der Nachhaltigkeitsszene deutlich. In einem Schutzkeller angekommen, informierte schließlich Monika Keller über die Gemeinwohlökonomie als eine alternative Art des Wirtschaftens. 
Tags darauf führte das Programm der Sommerakademie zur Wirtschaftsförderung Lörrach ins Innocel-Innovation-Center, wo Geschäftsführerin Marion Ziegler-Jung erklärte, wie in Lörrach traditionsreiche Industriezweige weggebrochen sind und für Gründer*innen und Unternehmen eine neue Heimat gesucht wurde. 
Letzte Station der Sommerakademie war die Grundschule der Schöpflin-Stiftung, ebenfalls in Lörrach. Am Alltag der Schüler*innen orientiert, stellte Schulleitterin Andrea Ave das alternative Konzept vor und Mechthild Beucke-Galm informierte über die Schöpflin-Stiftung und deren Arbeit unter dem Motto „Mehr Mut“. 
 
Mut hatten durch all diese Begegnungen auch die Teilnehmenden der Sommerakademie geschöpft, wie sie am am letzten Tag der Reise an Pfarrer Jochen Kunath rückmeldeten. Die Reise hätte ihre Realität verändert und ihnen gezeigt, wie man die Welt anders und besser gestalten könnte. Mit einem Reisesegen schloss die einwöchige Tagung, die auch im nächsten Jahr wieder in der ersten Juli-Woche stattfinden wird – dann im Oasenhaus in Bühl-Neusatz zum Thema „Der siebte Sinn: gut Führen in Umbruchzeiten“.