Demokratische Rechte unterhaltsam erklärt 

Kartenspiel GG20: zum Grundgesetz-Jubiläum 2019

70 Jahre Grundgesetz – zum Jubiläum bietet die Youth Academy Baden das Kartenspiel GG20 an, das die Grundrechte unserer Demokratie erklärt

Platz der Grundrechte in Karlsruhe
Spielkarte aus GG20
Religionspädagoge Max Wejwer hat es ausprobiert. Er verantwortet gemeinsam mit Pfarrerin Claudia Rauch die gesellschaftspolitische Jugendbildung der Evangelischen Akademie Baden und der Evangelischen Jugend in Baden unter dem Dach der Youth Academy. "GG 20 ist eine tolle Möglichkeit, sich spielerisch mit unseren Grundrechten auseinanderzusetzen. Zwei bis zehn Spieler*innen müssen gegen „Demokritis“ spielen, der die Grundrechte bedroht“, erklärt Max Wejwer. Im Verlauf des Spiels werden abstrakte Begriffe des Grundgesetzes in lebensnahe Situationen übertragen – mit Kartenaufschriften in lockerer Sprache („Null Bock auf Politik, Abergelaber …“)
 
Wer das Spiel lieber draußen oder auch am PC spielen möchte, für den gibt es eine Outdoor-Schnitzeljagd und eine PC-Version. Entwickelt wurde das Kartenspiel von der Evangelischen Akademie der Nordkirche, mit der die Youth Academy über das bundesweite Netzwerk der Evangelischen Akademien (EAD) verbunden ist. Das Gesamtpaket aus Spiel und Grundgesetz bekommt ihr bei der Youth Academy Baden.
 
Und was hat die Kirche mit politischer Bildung zu tun? Für Max Wejwer ist die Antwort klar, schließlich werde die Verantwortung der Menschen vor Gott schon in der Präambel des Grundgesetzes genannt, wo es heißt: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen … hat sich das Deutsche Volk ... dieses Grundgesetz gegeben.“ Und Artikel 1 der Verfassung („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) geht für den Jugendbildungsreferenten auf die Überzeugung zurück, dass „wir Gottes geliebte Kinder sind“, jeder Mensch vor Gott und von Gott Würde und Wert habe – unabhängig von Hautfarbe, Religion, Behinderung, Geschlecht und allen Eigenschaften.
 
Diese Haltung prägt auch die Arbeit der Youth Academy. Es geht darum, gemeinsam mit den Jugendlichen zu überlegen, was jede*r selbst tun kann, um Menschenrechte zu schützen und zu stärken. „Das Salz der Erde sein“ will die will die Youth Academy mit ihrer Bildungsarbeit. Mit Workshops, Gottesdiensten, Tagungen und Seminaren schafft sie Treffpunkte und geschützte Räume für junge Menschen, an denen sie eigene Ideen entwickeln, sich mit anderen vernetzen und aktiv werden können.
 
Sie lernen etwa, gegen Hate Speech im Internet zu argumentieren und Fake News zu erkennen. Aktuell wird bei einem Fotoworkshop auf einem Gräberfeld das Thema „Heldentum damals und heute“ in Angriff genommen, außerdem gibt es Veranstaltungen zu nachhaltigem Leben und Klimaschutz. Nebenbei wird in der Youth Academy auch der Umgang miteinander erprobt: Verlässlichkeit als wichtigen Punkt für das Zusammenleben – eine Grundvoraussetzung für Freiheit, wie der Religionspädagoge meint. Nicht alles nach spontaner Befindlichkeit entscheiden, sondern Vereinbarungen einhalten. „Das ist auf einem Workshop ebenso wichtig wie im gesellschaftlichen Zusammenleben.“