Ortenau: Kirche und Landwirtschaft im Gespräch

Gesprächsabend am 19.3.2024 in Hohberg-Diersburg

Nicht nur die Schöpfung, auch den Beruf in den Blick nehmen
Veranstaltungsrückblick „Wie kann evangelische Kirche in der Ortenau mit ihren Landwirten solidarisch sein?“

Foto vom Gespräch des KDA und KDL über Kirche und Landwirtschaft in Diersburg

Quelle: Peter Schock, KDL

Es gibt sie noch: die Nähe der Landwirte zur Kirche. Auf Einladung der Kirchlichen Dienste auf dem Lande und der Arbeitswelt der Evangelischen Landeskirche in Baden waren sie und einzelne Nichtlandwirte am 19.3. der Einladung ins Evangelische Gemeindezentrum nach Diersburg gefolgt.
Nach einführenden Worten  von Peter Schock, Pfarrer des Kirchlichen Dienstes auf dem Land, und Ulrich Müller, BLHV Kreisverbandsvorsitzender des Bereichs Wolfach, kamen sie an zwei Tischen darüber  ins Gespräch, wie sie das Verhältnis von evangelischer Kirche und Landwirtschaft wahrnehmen und was sie zukünftig für notwendig ansehen. Landwirte sind Gastgebende für Hofgottesdienste. Das Erntedankfest hat für den persönlichen Glauben große Bedeutung. Landwirte sind trotz ihrer verschwindend kleinen Zahl unter den Gemeindemitgliedern in Ältestenkreisen vertreten. Es war kein Problem, an diesem Abend auch über die Bedeutung des Glaubens für die Arbeit zu sprechen. Diesen Zeichen der Nähe von Kirche und ihren Landwirten steht aber auch Befremden gegenüber. Ein Anwesender brachte es auf den Punkt: „Die Kirche ist grün. Sie sieht die Schöpfung und das ist in Ordnung, sie sieht aber nicht den Beruf.“ Auch die Pachtpreisgestaltung der beiden großen Kirchen – auf evangelischer Seite die Stiftung Schönau – wurde kritisch gesehen. Im Blick auf die Zukunft wünschten sich die Teilnehmenden, dass Kirche zu ihren Landwirten steht und diese Nähe auch zeigt. Die Beziehung zwischen Kirche und Landwirten ist wechselseitig. Landwirte beschenken mit ihren Glaubenserfahrungen und ihrer Arbeit. Kirche begleitet und berät, macht Hilfs- und Bildungsangebote, stärkt Glauben und Trost in den schwierigen Zeiten. Besuche von Kindergärten und Religionsunterricht auf den Höfen könnten einen Einblick in die Arbeit der Landwirte geben. Die Anliegen von Landwirten sollten ihren Platz im Gebet und in den Gottesdiensten der Gemeinden haben. Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen könnten sich mit dem Einkauf regionaler Produkte sichtbar zur Notwendigkeit einer regionalen Landwirtschaft bekennen. Zur Gestaltung der Pachtpreise verwies Peter Schock auf den Stiftungszweck der Stiftung Schönau, dass die Pachterträge dem Erhalt von Kirchengebäuden und Pfarrgehältern zufließen müssen.
Geschätzt wurde die Gesprächsatmosphäre mit den klaren Fragen, dass hier wirklich ein Dialog von Kirche mit ihren Landwirten geschehen konnte. Moderiert wurde der Abend von Wirtschafts- und Sozialpfarrer Andreas Bordne und dem Dierbsburger Pfarrer Kornelius Wieland-Göltz.
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